Die Liquiditätsplanung ist das Herzstück eines erfolgreichen Finanzmanagements für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU). Sie stellt sicher, dass ein Unternehmen jederzeit zahlungsfähig bleibt, Risiken minimiert und Wachstumschancen optimal genutzt werden.
Aber wenn wir uns größere Unternehmen anschauen, wird schnell klar, es gibt meist ein ganzes Team was sich mit diesem Thema beschäftigt: die Finanz - und manchmal sogar noch eine Treasury Abteilung. Aber wie soll man im Prinzip den gleichen Job in einem kleineren Unternehmen bewerkstelligen, wo es meistens kein Team gibt.
Allerdings gibt es einige Sachen, die man auch in kleineren Unternehmen machen kann, die bei der Finanz- und Liquiditätsplanung helfen können. Deswegen wollen wir uns in diesem Beitrag 5 praktische Tipps anschauen.
Einer der Klassiker bei der Liquiditätsplanung: Man denkt, das Geld ist schon da, sobald die Rechnung rausgeht – dabei zählt eigentlich das Fälligkeitsdatum, also der Zeitpunkt, zu dem der Kunde die Rechnung tatsächlich bezahlt, ganz abgesehen davon, ob der Kunde auch pünktlich zahlt oder nicht.
Nehmen wir einmal ein Beispiel: Wir schicken eine Rechnung mit einem 30 Tage Zahlungsziel raus, aber planen die nächsten Ausgaben schon mit dem Geld vor Ablauf dieser 30 Tage Frist. Wenn der Kunde sich dann Zeit lässt oder die Zahlung verspätet eintrifft, gerät die Liquiditätssituation schnell ins Wanken, was schnell problematisch werden kann, vor allem wenn Rechnungen und Löhne bezahlt werden müssen. Ein Tipp hier ist, die Rechnungen (oder auch Anzahlungsrechnungen) so früh wie möglich auszustellen. Je schneller der Kunde die Rechnung hat, desto schneller bekommt man das Geld.
Darüber hinaus können auch die Zahlungsziele einen relevanten Stellhebel darstellen: Statt 30 Tagen Zahlungsziel sind auch 14 oder sogar 7 Tage nicht unüblich. Das hilft enorm dabei, die betriebliche Liquidität besser im Griff zu behalten.
“Auf Sicht fahren“ klingt erstmal nach einem flexiblen Ansatz, aber: Das funktioniert nur, wenn alles wie erwartet verläuft – und das ist selten der Fall. Sobald unvorhergesehene Ausgaben oder verspätete Zahlungen der Kunden dazwischenkommen, wird es schnell chaotisch. Deshalb ist eine detaillierte Liquiditätsplanung so wichtig. Sie gibt Orientierung, besonders wenn es mal turbulent wird.
Wir können uns das am besten bildlich vorstellen, wenn wir ans Wandern in den Bergen denken. Bevor wir losgehen, beschäftigen wir uns auch mit den Eventualitäten: Wir beobachten die Wettervorhersage, haben eine Karte dabei und prüfen, welche Hütten geöffnet sind. Analog gilt es auch bei Liquiditätsplanung Ihres Unternehmens: Nur bei genauer Kenntnis und Analyse der Zahlungsströme (d.h. der verschiedenen Einnahmen und Ausgaben) , wissen wir, was auf uns zukommt und wie wir am besten reagieren können.
Hier sind drei einfache Schritte:
Wenn ein Betrieb Geschäft saisonabhängig ist, ist es häufig so, dass in der Hochsaison alles läuft und man sich vor Arbeit kaum retten kann. Und meist kommt man dann am wenigsten zu der ganzen Büroarbeit. In der Nebensaison kann es aber dann genau in das andere Extrem umschlagen. Und diese Schwankungen schlagen sich meist direkt auf die Liquidität nieder. Daher sollte man Einnahmen und Ausgaben immer in einem rollierenden Zeitraum von 365 Tagen betrachten, damit saisonale Schwankungen berücksichtigt werden können.
Darüber hinaus sollten einige Rücklagen gezielt für konjunkturschwachen Zeiten gebildet werden, damit man zumindest die laufenden Fixkosten auch ohne Einnahmen decken kann.
Die Experten-Empfehlung für Rücklagen im privaten beträgt ca. 3 Nettomonatsgehälter. Analog dazu empfiehlt es sich auch immer eine Reserve von 3x den durchschnittlichen monatlichen Fixkosten vorzuhalten. Dadurch kann der Fokus kontinuierlich auf die betrieblichen Belange der Kunden gelegt werden, ohne bei unvorhergesehenen Ereignissen direkt in Panik zu verfallen.
Einen Liquiditätsengpass erkennt man oft erst, wenn es zu spät ist, er bahnt sich quasi langsam an. Vielleicht stocken Kunden plötzlich bei Zahlungen, die Fixkosten steigen unerwartet oder der Kontostand geht langsam gegen Null oder sogar ins Negative. Wichtig ist: Sobald man solche Signale wahrnimmt, sollte man sofort reagieren.
Mit diesen 5 Tipps kann man direkt Struktur und Sicherheit in die Unternehmensfinanzen bringen. Die regelmäßige Überprüfung, die Integration digitaler Tools und der Aufbau von Rücklagen sind dabei essenziell. Investiere Zeit in eine solide Liquiditätsplanung – sie ist der Schlüssel zu einem stabilen und erfolgreichen KMU. Und am besten nutzt man dabei digitale Tools, die diese Planung vereinfachen und Transparenz herstellen können.